Neuer Frankreichaustausch mit Plérin (Bretagne) und dem Gymnasium Kronshagen

„Vive l'Allemagne" riefen uns die französischen Austauschschüler zum Abschied hinterher und es flossen Tränen des Abschieds – sowohl bei Deutschen als auch bei Franzosen.
Der erste Austausch zwischen dem Gymnasium Kronshagen und dem Collège Lequier, der von Frau Bodendorf und Frau Schmidt-Radefeldt begleitet wurde, kann als Erfolg auf der ganzen Linie gewertet werden und wird auch in Zukunft den Schüler/innen der 9. und 10. Klasse ermöglichen, eine Woche „Frankreich pur" zu erleben, die Schönheit der Bretagne zu entdecken und ebenfalls für eine Woche einen Gast aus Frankreich zu Besuch zu haben.

Der Aufenthalt in Paris war schon ein glänzender Auftakt für die Fahrt nach Plérin. Charme, Flair und Multinationalität dieser Metropole konnten wir schon in der Metro genießen: Ein Akkordeonspieler und ein Geiger sorgten mit Chansons für gute Stimmung. Der Eiffelturm bot ausreichend Fotomotive, die Schiffsfahrt auf der Seine ermöglichte uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Paris ohne Strapazen zu entdecken. Am frühen Abend setzten wir unsere Reise nach St Brieuc (bei Plérin) per TGV fort.

Dort erwartete uns eine großartige Begrüßung: Unser französischer Kollege nahm sich die Zeit, jeden einzelnen deutschen Schüler mit seiner französischen Gastfamilie zusammenzuführen, indem er sie einander vorstellte und erste Gespräche in Gang brachte. Besonders die Geduld und Ausdauer der verbleibenden Schüler war grandios!

Am folgenden Tag stand gleich ein Highlight auf dem Programm: Der Mont St Michel. Die Abtei war leider wegen Streik nicht zugänglich, der beeindruckende Blick von der Stadtmauer auf das Watt und bis hin zur Normandie entschädigte uns für dieses Pech. Anschließend hatte wir das große Glück, eine echte Austernfarm besichtigen zu können: Uns wurden die Unterschiede zwischen den zwei gängigen Austernarten (hohler und flacher) erklärt, ihre langjährige Aufzucht und Kultivierung, bevor sie dann z.B. in die Pariser Nobelrestaurants transportiert werden. Der horrende Preis für die einzelne Auster ist bei dem Aufwand mehr als gerechtfertigt! Zwölf der Schülerinnen und Schüler waren so mutig, zu probieren – natur, mit Zitrone -, wenn auch mit Überwindung. Die französischen Jugendlichen waren übrigens genauso zurückhaltend beim Kosten. Wir Lehrerinnen bzw. Lehrer freuten uns umso mehr: Wir bekamen die restlichen! Bon appétit. Die anderen Exkursionen waren nicht minder interessant: Wanderung an der malerischen Steilküste, Kajakpaddeln in Binic, Besichtigung der rosa Granitfelsen. Ein Erlebnis nicht nur für die Fotografen unserer Gruppe (die skurrilen Felsformationen boten unendlich viele Motive), sondern auch für die Kletterbegeisterten. Eine deutschsprachige Führung durch eine Station des Naturreservates der Ile Grande mit Informationen über Basstölpel, Papageientaucher etc. rundete den biologischen Teil ab. Einer der Höhepunkte war der Besuch der Ile de Brehat, einer kleinen, autofreien Insel, die die Jugendlichen in Kleingruppen eigenständig erkunden durften. Bei der Teilnahme am Unterricht im Collège waren die Lehrer von den Deutschen hellauf begeistert und wollten sie sofort behalten. Und kulinarisch standen natürlich Crêpes an erster Stelle: mmmh, c'est délicieux!

Der Gegenbesuch verlief ebenso perfekt: Die Exkursion nach Lübeck (Stadtführung und Holstentor), Hamburg (Dungeon und Hafenrundfahrt) sowie das Klettern im Hochseilgarten Falckenstein gefiel den Franzosen so gut, dass nicht nur die Lehrkräfte, sondern auch die Schüler/innen sich bei uns persönlich für die schönen Ausflüge bedankten. Ein herzlicher Empfang im Kronshagener Rathaus gab dem Besuch aus Frankreich den offiziellen Rahmen. Der zweitägige Schulbesuch ermöglichte den Franzosen, Unterschiede zwischen Frankreich und Deutschland festzustellen und viele Einblicke in den Alltag ihrer Korrespondenten zu bekommen.

Die Abschiedstränen bei der Abfahrt der französischen Gäste haben gezeigt, wie sehr die deutsch-französische Freundschaft zu Herzen gehen kann: „mission accomplie." Wir sehen dem nächsten Austausch mit dem Collège Lequier mit Freude entgegen.

Text: Ariane Schmidt-Radefeldt
Fotos: Franziska Wunderlich, Ariane Schmidt-Radefeldt