Norwegen-Austausch

Der Schüler-Austausch mit Askim videregående skole in Südnorwegen kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Ins Leben gerufen wurde er von dem inzwischen pensionierten Lehrer Herrn Wollenzin. Er hatte die Idee, aus einer persönlichen Freundschaft unter Lehrern ein Austauschprogramm entstehen zu lassen.

Es ist eine schöne Tradition, dass wir in Norwegen ein Wochenende in den Bergen verbringen, um dort Ski zu fahren (überwiegend Langlauf) und so einen wichtigen Teil der norwegischen Lebensart kennen zu lernen.
Wir erleben ferner die Idylle der norwegischen Wälder und besuchen das turbulente Oslo. Auch die Rückfahrt mit der Color Line mit Ausblick auf den Oslo Fjord ist ein besonderes Erlebnis. Der Austausch ist natürlich freiwillig und findet in der 11. Klasse statt. Die Zahl der TeilnehmerInnen leider begrenzt. Der Ablauf sieht folgendermaßen aus: Im September bekommen wir für eine Woche Besuch aus Norwegen und im März des folgenden Jahres sind wir dann eine Woche in Norwegen zu Gast.

M. Burmeister / C. Köthe

 

Velkommen - Unser Norwegenaustausch 2016

Wälder vollehttps://gymkro.org/idesk/msg/pass.php/_/INBOX/779/5-3/preview.jpgr Elche und die schwedische Flagge in anderen Farben? Das waren unsere ersten Gedanken an Norwegen, doch wir hatten keine Ahnung, dass dieses Land noch so viel mehr für uns bereithalten sollte!

Am 29.04.2016 traten wir unsere Reise nach Norwegen an. In einer recht kleinen, bunt zusammengewürfelten Gruppe von 14 Personen (darunter ein Lehrer und 13 Schüler) begaben wir uns in zwei Taxis zum Hamburger Flughafen, um uns dort schon den ersten Hürden zu stelle (Man sollte vor einer Reise wohl doch mal auf seinen Personalausweis schauen...). Während einiger Stunden Aufenthalt am Flughafen, eines knapp 1 1/2 stündigen Fluges und einer genau so langen Taxifahrt stieg die Vorfreude, unsere Freunde im hohen Norden wiederzusehen, ins Unermessliche. Nach 8 ½ Stunden kamen wir erschöpft, aber zufrieden in Askim an und wurden herzlich von unseren Austauschschülern in Empfang genommen. Viel Zeit, um sich an die neuen Verhältnisse zu gewöhnen, blieb nicht, aber wer braucht schon Zeit für sich, wenn man sie doch auch zusammen mit Tacos, Musik und guten (neuen und alten) Freunden verbringen kann?

Der nächste Tag begann mit schlechtem Wetter („auch wenn es eigentlich nur schlechte Kleidung gibt“), einer Zugfahrt und Missverständnissen am Busbahnhof, aber auch das ließ unsere gute Laune nicht abklingen. Im „Tusenfryd“, einem Freizeitpark nicht allzu weit von Askim entfernt, verbrachten wir dann einen verregneten, nass-kalten Tag, den wir in unterschiedlichen kleineren Grüppchen auf Geburtstagen oder im privaten kleinen Pizzakostprobenabend ausklingen ließen. Der Sonntag war für die meisten der Tag, mit dem sie von Anfang an nicht besonders viel anfangen konnten. Wir sollten eine sogenannte „Russentaufe“ sehen. Was soll man sich denn darunter vorstellen? Unter der Tradition der „Russentaufe“ kann man sich viel vorstellen, aber wenn wir hätten raten sollen, wäre sonst was bei rausgekommen, aber garantiert keine Biertaufe des Abschlussjahrganges, der generell während seiner Klausurenphase in Bussen von Party zu Party fährt und am nächsten Morgen besoffen zur Schule kommt. Ist das normal in Norwegen? Ja, das ist es.

Montag und Dienstag durften wir dann einen etwas weniger disziplinierten Schultag kennenlernen, als wir ihn gewohnt sind, und wir sind ja schon nicht allzu diszipliniert in dieser Hinsicht. Es war sehr interessant, Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Schulsystem und in der Mentalität der Menschen zu entdecken. Außerdem haben wir uns in zwei Gruppen aufgeteilt und den Deutschunterricht der Norweger mit unserer Anwesenheit bereichert, wobei uns interessante Gespräche und Bekanntschaften begegneten. Am Montag haben wir nicht nur am norwegischen Sport- oder Matheunterricht teilgenommen, sondern auch noch deren Unterricht mit einer atemberaubenden Präsentation über Deutschland verschönert. Nachmittags haben wir uns aufgeteilt und unter anderem ein schwedisches Candyland besucht. Wir haben deren Schule, deren Unterricht, deren Lehrer und beim gemeinsamen Mittagessen auch noch andere norwegische Schüler kennenlernen dürfen. Dienstag nach der Schule hat jeder den Nachmittag selbst gestaltet und abends trafen wir uns alle in Askims City zum gemeinsamen Pizzaessen.

Der Mittwoch, unser letzter richtiger Tag, bestand aus einem Ausflug nach Oslo. Ein „professionelles“ Fotoshooting an der Oper, eine kleine Schiffsrundfahrt durch Oslos Hafen, shoppen und Burger essen, gefolgt von einer kleinen Sightseeingtour durch die Innenstadt, ein gelungener letzter Tag, der abgerundet wurde durch eine wilde Kanufahrt zu einem märchenhaften Sommerhäuschen. Die Sonne verabschieden, grillen und singen, so lebt es sich gut und die Tatsache, dass es der letzte Abend war, wurde erträglicher. Da merkt man auch, dass die Menschen einem auch in so kurzer Zeit ans Herz wachsen können.

Donnerstag früh begleiteten uns die Austauschschüler zur Schule und nach einem letzten gemeinsamen Foto, und dem herzzerreißenden Abschied, machten wir uns auf den Weg zum Schiff, dass uns am nächsten Tag heil, und mehr oder weniger ohne weitere Geschehnisse in die Heimat zurückbrachte. Alles in allem hatte unsere Reise, wie vermutlich jede gute Reise, ihre Höhen und

Tiefen, aber wir können wohl für alle sprechen, wenn wir sagen, dass sie für jeden von uns in guter Erinnerung bleiben wird - und an dieser Stelle auch herzlichen Dank an Herrn Köthe und Jill-Anita, die uns diese Erinnerungen überhaupt ermöglicht haben!

Jakob Claviez und Karina Buozys