Bienvenue Weltbürgerin!

Audrey Li-Thiao-Té ist seit Mitte September Fremdsprachenassistentin an unserer Schule und bleibt bis Ende Mai. Sie unterstützt die Französischlehrerinnen in allen Klassenstufen.

Wie war der erste Tag am GymKro für dich?
Ich bin sehr herzlich empfangen worden, der Schulleiter hat mich dem gesamten Kollegium
vorgestellt: Das war sehr persönlich und schön.

Wie hast du deine Liebe zur deutschen Sprache entdeckt?
In der 8. Klasse hatte ich eine sehr strenge, aber gut strukturierte Deutschlehrerin. Sie gab mir am Ende des ersten Lernjahres „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ für die Ferien zu lesen und ich hatte den Ehrgeiz, jedes Wort zu verstehen. Später habe ich an einem SchülerInnenaustausch nach Köln/Bonn und am Brigitte-Sauzay-Programm teilgenommen und war für 3 Monate in Konstanz.
Die Schule habe ich mit dem AbiBac abgeschlossen, also ein deutsches und französisches Abitur. Das war in La Réunion bei Madagaskar.

Chapeau, das ist ja beeindruckend, dass du bei solcher Entfernung zu Deutschland so
germanophil geworden bist und sogar AbiBac gemacht hast.

Ja, das Schulsystem ist wie in Frankreich, es gehört zu den DROM (französische ÜberseeDepartements).

Wohnt denn deine gesamte Familie in La Réunion?
Nein, die ersten 13 Jahre habe ich in Hongkong verbracht, meine Großmutter lebt heute noch dort. Dann sind meine Eltern mit uns Kindern nach La Réunion gezogen.

Wann bist du dann nach Europa gekommen?
Zum Studium nach Straßburg, mein Onkel und meine Tante wohnen ja in Paris und konnten mir zu Beginn etwas helfen. Einer meiner Brüder lebt heute in Paris, mein anderer in Los Angeles. Meine Familie und Freunde sind also überall verstreut.

Du bist ja eine wahre Weltbürgerin. Wie lebt es sich mit den extremen räumlichen Distanzen zu Freunden und zu deiner Familie?
Eigentlich ist es nur eine Frage der Gewöhnung.

Du warst vor deiner jetzigen Tätigkeit als FSA bei FranceMobil.
Ja, ich habe in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 80 Schulen besucht und Animationsprogramme durchgeführt, um die Schülerschaft für das Lernen der französischen Sprache zu motivieren. So konnte ich Schulen von Amrum bis Usedom kennenlernen.

Was hast du nach dieser Zeit als Fremdsprachenassistentin vor?
Ich werde an der Uni Kiel meinen Bachelor in Deutsch und Französisch machen.

Photo: Jochen v. Spreckelsen | Interview: Ariane Schmidt-Radefeldt


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